SARS II COVID-19 oder warum CORONA für Unternehmen und Menschen in Deutschland Chancen bietet.

Die leere oder die Lehre?

Der ArbeitsPLATZ im Wandel…..global…..im Land….im Ort….in der Wohnung

In den letzten Tagen schellt mein Telefon häufiger als noch vor der EuroShop. Mannomann haben wir nicht Glück gehabt, dass wir „unsere“ Messe noch durchführen konnten?

Aber zurück zum aktuellen Thema und zur Überschrift.

Mit vielen Menschen, egal ob Projektmanagement oder Planung, ob Kreativer oder Realisierer, oder Finance oder Vertrieb, die Sorge geht bei vielen um. Wie geht es nach der „Krise“ weiter? Werde ich entlassen? Wie lange muss ich vom „schmalen“ KU leben? Wird mein Arbeitgeber noch Aufträge haben? Bricht der textile Retail jetzt komplett zusammen? Überstehe ich meine Probezeit? Shit, weshalb habe ich gerade jetzt gewechselt?
Wie kann ich die Arbeitsplätze sinnvoll ausfüllen? Wo kann ich das notwendige Material herzaubern? Meine Monteure sind im Dauereinsatz, reichen unsere Schutzmaßnahmen? Wird die dringend benötigte Maschine Ende Mai noch geliefert? Wie stellen wir die Logistik sicher? Wann können wir die Umbaumaßnahmen abschließen?

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Das sind einige der Fragen, die derzeit in unseren Köpfen kreisen und mit denen ich mit Anrufern spreche.

Auch sprechen wir über Themen bezogen auf das aktuelle Tagesgeschäft, wie z.B., dass es Ladenbauer gibt, die derzeit keine Ware von den Zulieferbetrieben erhalten, da diese in Osteuropa oder Asien sitzen. Andere Ladenbauer sagen mir lapidar, dass deren Lieferanten drei Ortschaften weiter sitzen und somit die Materialversorgung gesichert ist.
Da gibt es Ladenbauer, die Holzrahmen mit Plexiglasscheiben an die umliegenden Märkte liefern, da diese Schutzbarrieren an der Kasse oder der Theke benötigen.
Da gibt es Ladenbauer, welche dringend noch Bauleiter oder Projektleiter suchen, da die umliegenden Restaurants oder Hotels gerade jetzt in Zeiten des Leerstandes renovieren, bzw. umbauen lassen.

Tagtäglich machen meine Frau und ich Spaziergänge im schönsten Fleckchen von Deutschland (dem Ruhrpott) und wir sehen vermehrt Familien, welche gemeinsam Fahrrad fahren oder spazieren gehen. Im Supermarkt (zumindest bei uns in Mülheim Saarn) halten die Leute einen höflichen Abstand ein, viele lächeln und sind sehr freundlich. In der Bäckerei oder im EDEKA-Markt wie auch in der Drogerie höre ich oft ein „Danke“, oder „Schön, dass Sie sich kümmern“. Selbst der Postbote oder der BoFrostMann hört häufig ein „Danke“ oder erhält ein freundliches Nicken.
Und meine Mutter hat die Videotelefonie mit Ihren 82 Jahren entdeckt und wir halten oft am Nachmittag ein „Videokaffetrinken“ ab.
Da das Negative uns gegenwärtig präsent ist, führe ich hier ganz bewusst viele positive Dinge auf, denn auch diese sind Begleiterscheinungen der Pandemie.

Die Logistik- und Einkaufsprozesse werden sicherlich hier und da angepasst werden müssen und der Vertrieb wird noch wichtiger werden, denn je.
Und für Deutschland erhoffe ich mir, dass wir uns wieder mehr auf unsere heimischen Produktionen fokussieren, denn wir gehören zu den BESTEN der Welt.

Der Ladenbauer sollte sich wieder mehr auf deutsche Zulieferer fokussieren, die Politik sollte mehr eine Produktion von Waren in Deutschland fördern, nicht nur in Bezug auf Schutzkleidung und Medikamente. Und wir Verbraucher sollten uns darauf besinnen, wie wertvoll eigene heimische Produkte sind und dafür auch bereit sein, ein klein wenig mehr dafür zu zahlen. Damit meine ich nicht nur die Milch, sondern auch heimisch hergestellte Textilien und Elektrotechnik. Die Globalisierung ist und bleibt wichtig, aber ggf. hier und da im eingeschränkten Maß, auch das ist für mich eine Erkenntnis, welche durch den Virus vermittelt wurde. Denn der hat innerhalb von wenigen Wochen dazu geführt, dass die Welte sich total verändert, hat er uns als Menschen auch verändert?
Vielleicht!

Mein persönlicher Vorsatz für „Nach der Krise“: Die permanente Kommunikation mit meiner Ma beibehalten und die Höflichkeit dieser Tage mitzunehmen.

Ich glaube, wir Retailer, Ladenbauer, Messbauer, Planer, also alle, die damit zu tun haben, werden im kommenden Jahr wieder ordentlich Arbeit vor uns haben und ich hoffe, dass wir das GUTE aus dieser Zeit mitnehmen werden.

Ein Wort zum Schluss: Danke auch mal an die Politiker, egal ob in Berlin, den Landesparlamenten oder in den Städten und Gemeinden, die in diesen Tagen eine gute Arbeit leistet und Entscheidungen treffen, welche ich nicht treffen möchte. Ich finde, das musste auch mal gesagt werden!

….und hoffentlich macht der Friseur (natürlich von Wella) bald wieder auf!